• Heike HL

PhysioSein: Die Dame mit dem Fibromyalgiesyndrom


Die Dame mit dem Fibromyalgiesyndrom. Von meinen Patienten habe ich immer sehr viel gelernt...ich werde zum Beispiel nie Frau F (natürlich bleibt sie anonym!!) vergessen. Ich war schon als Honorardozentin tätig und gleichzeitig in der Praxis, gerade hatten wir eine frisch examinierte Schülerin eingestellt, die schon während ihrer Ausbildung unglaublich gut mit jeder Art von Patient konnte. Das lag an ihrer Kommunikationsfähigkeit. Sie konnte sich nicht nur mit passendem Akzent auf unsere bayerischen Patienten einstellen, sondern sie schaffte es auch in kürzester Zeit, mit Patienten kommunikativ so umzugehen, dass sich jeder ihren Namen merkte (den Vornamen wohl gemerkt ;-))

Als Frau F in die Praxis kam - sie kam auf Empfehlung - hatte ich den ersten Termin mit ihr und habe meinen Befund und die erste Aufklärung zum Thema "chronisch Schmerzen haben und nun die zigste Therapie haben" abgeschlossen. Ich wusste, dass sie weitere Termine bei meiner neuen Kollegin und ehemaligen Schülerin hatte, die außer Lymphdrainage noch keine Fortbildungen machen konnte. Terminlich war das so geklärt und natürlich wusste Frau F nicht, wielange wer in der Praxis schon im Beruf ist.

Nach etwas 8 Wochen hatte ich Frau F dann zu einem letzten Termin noch einmal. Ich war gespannt, wie es ihr gegangen war, wussten wir doch alle, dass hier "Heilung des Schmerzes" nicht das oberste Ziel sein konnte - bei der Patientengeschichte von Frau F.

"Liebe Frau F - wie ist es Ihnen ergangen?" fragte ich sie - auf alles vorbereitet, was nun an eventuellen Beschwerden und Geschichten folgen würde (Gesprächsführung kann ich ja - als Autorin für GF in der PT)..."Ach wissen Sie, Heike" fing sie an, "dass ich meine Schmerzen nicht los werde, das war ja klar, aber ich hatte ja so eine kompetente, tolle Therapeutin, das war sehr hilfreich. Die hat mich so richtig verstanden - und - es geht mir trotz allem jetzt gut!"

Im ersten Moment dachte ich mir: Na toll, da hab ich Massen an Fortbildungen, viel Geld im Fortbildungszentrum meiner Wahl gelassen, und viele Erfahrungen über die Jahre gesammelt, und da kommt die unsere neue Kollegin und totale Berufsanfängerin und man spricht ihr die Kompetenz zu, die andere über Jahre aufbauen müssen! Aber natürlich habe ich mich sofort sehr gefreut und mir war klar: Das hat wohl hingehauen! Hab ich ganz richtig entschieden, die ehemalige Schülerin zu holen (es handelte sich um eine Privatpraxis).

Ich bin über diese (eine von vielen!) Erfahrungen sehr dankbar - zeigte es mir damals doch schon, dass Patienten unsere Kompetenz nicht nur am fachlichen festmachen... - eine meiner Vermutungen wurden bestätigt...Die Wissenschaft hat es dann übrigens auch gezeigt

(Literatur-Empfehlung an dieser Stelle:

Dehn-Hindenberg (2010) - Patientenbedürfnisse in Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie).


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