• Heike HL

PhysioSein: ...und der Besuch bei der Krankenkasse :-o


PhysioSein: ...und der Besuch bei der Krankenkasse - ein Erlebnis der anderen Art: Als ich persönlich vorsprechen musste, um meine Zertifikate anerkennen zu lassen. Für die Praxis, in der ich einen Minijob angefangen habe (denn so ganz ohne Patienten "leben", auch als Dozentin und Coach? Nein!!).

Ich gehe also mit meiner dicken Mappe an Weiterbildungsunterlagen dorthin...

Kaum trete ich ein (auf mein Klopfen gab es keine Reaktion) - ernte ich neutral-desinteressierte Blicke von mindestens fünf Damen und Herren in einem Großraumbüro (bekommen die nie Besuch?!)...

Spannend! Denke ich...

Die Dame sagt also, ich soll meine Zertifikate mal vorlegen. Ich blättere also in der dicken Mappe und bei jeder Bescheinigung ernte ich ein "Oh!", "Aha!", "Mmh" - gleich gefolgt von: "Nein, DAS nicht! Da steht nicht Zertifikat drauf!"...

Soso! Auf meine Nachfrage, ob denn diese und jene Bescheinigung (auch ohne "Zertifikat"-Überschrift) interessant wäre, erhalte ich als Antwort: "NEIN! Es ist ja schön, wenn Sie die Weiterbildung als Privatvergnügen machen, aber das ist für uns uninteressant."

AHA!

Und meine über 200 Stunden Manuelle Therapie?! Mit interner Prüfung?! Und die Zulassung (Zertifikat!) für Erweiterte Ambulante Physiotherapie (mit allem drum und dran)?!

Leicht angesäuert halte ich meinen Mund (es ist eine Behörde...) und erwähne nur schmallippig, dass ich bisher in Privatpraxen gearbeitet habe, und die Qualität sich da auch nicht über Zertifikate definiert.

(...Sondern über Anzahl der Möglichkeiten, der Erfahrung (bei mir von 1995 bis heute...) und des Umgangs. Und da helfen sehr wohl eine Reihe an Weiterbildungen, die einem unglaublich viele Dinge lehren, wie am Patienten wirksam behandelt wird. Damals wie heute - Zertifikat hin oder her!!).

Mutig ergänze ich - immer noch recht freundlich - das Zertifikate NICHTS aussagen (und denke: Dir wünsche ich mal einen richtig schlechten Physiotherapeuten!). Aber mit einem "Ach wissen Sie, ich habe meine Vorgaben und Sie haben Ihre" gibt sie mir zu verstehen, dass das Thema beendet ist ...

Und ich halte besser meinen Mund, denn wenn ich richtig wütend werde...

Nach einer kleinen Schweigeminute sagt die Kassen-Dame dann noch: "Ach, und da arbeiten Sie dann jetzt als Physio in einer Praxis? Ja dann wünsche ich Ihnen gutes Gelingen" (ein mütterliches, von oben herab wirkendes Lächeln umspielt ihre Lippen).

Hat die mir zugehört??!!! Oder sehe ich sooo jung aus?!

Nein, entgegne ich. Ich arbeite hauptsächlich als Dozentin mit Schülern und Studenten und möchte lediglich einen anderen Minijob beginnen.

Keine Antwort. Sie steht auf. Ich auch...und gehe zur Tür. Natürlich alleine...

Eh ich den Raum verlasse, muss ich es los werden:

"Ich wünsche Ihnen GUTE Gesundheit!"

Einmal mehr frage ich mich: Liebe gesetzliche und andere Krankenkassen - warum stellt ihr nicht Leute ein, die sich auskennen und wertschätzen, wenn sehr gut ausgebildete Physios bereit sind, auch IHRE Patienten zu behandeln. Und nicht in die "Privatbranche" wechseln!?!

Gibt es denn zumindest Mitarbeiter, die in Gesprächsführung geschult sind?!


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