• Heike HL

PhysioSein: Warum Schulterprobleme so komplex und häufig sind...

Aktualisiert: Feb 8


PhysioSein: Warum Schulterprobleme so komplex und häufig sind...Wusstest Du beispielsweise, dass alleine im hinteren Schulterbereich sieben Muskeln sind, die vom Rumpf kommend am Oberarmkopf ansetzen? Vier zusätzliche Muskeln sind wichtig, um das Schulterblatt mit der Schulter zu verbinden - und einer kommt sogar noch vom Nacken und setzt am Schultergürtel an.

Vorne hast Du drei Muskeln, die allein schon am Oberarmkopf ansetzen, drei zusätzliche liegen vorne im Bereich Hals und Schlüsselbein. Und Oberarmmuskeln können wir noch extra nennen: Den Bizeps und den Trizeps-Muskel. Wenn wir alle Muskeln zusammenrechnen, kommen wir locker auf 20. Und alle Muskeln haben Ansätze, Sehnen, eine Nervenversorgung und Gefäße. Echt komplex!

Interessant dabei ist:

Es gibt Bewegungen, die nur wenige Muskeln schaffen müssen. Nur drei Muskeln heben Deinen Arm z.B. nach außen oben...Nicht viel, oder? Der wichtigste Muskel heißt Supraspinatus. Er erlangt regelmäßig traurige Berühmtheit bei einem Impingement-Syndrom der Schulter.

Die Muskeln mit ihren Sehnenansätzen an der Schulter sorgen zusammen mit einer Kapsel und verschiedenen Bändern für Stabilität. Denn die Gelenkpfanne kann den Oberarmkopf nicht alleine halten - aufgrund der anatomischen Formungleichheit. Bei jeder aktiven Körperhaltung oder einer Armbewegung müssen also unsere Muskeln dort ganz schön was arbeiten.

Wenn das Schultergelenk selbst mit seinen Knochen und Knorpelbereichen durch ein Missverhältnis von Belastbarkeit (= das kann die Schulter noch problemlos stemmen) und Belastung (= das hat der Alltag meiner Schulter zugemutet) durch den Lauf des Lebens verändert ist, wirkt sich das ebenfalls stark auf die Muskulatur und andere Weichteile aus.

5-8% der akuten Verletzungen betreffen das Schultergelenk. 10-12% der Bevölkerung haben ein Impingement-Syndrom - bei ca. 82 Mio. Deutschen sind das zwischen 8.200.000 und 9.840.000 Betroffenen.

Und angeblich haben 5 Mio. Menschen in Deutschland Arthrose, 3% (ca. 150.000) davon haben diese im Schultergelenk (Omarthrose).

Durch tägliche Beanspruchung - abhängig von Alltagsbewegungen oder beruflicher Belastung - degeneriert also im Laufe des Lebens auch das Schultergelenk. Muskel- und Sehnenüberlastungen fangen heute bedingt durch die neuen Medien allerdings schon viel früher an als mit Mitte 60...

Sitzen wir zum Beispiel ganz bequem mit rundem Rücken, so hängen die Arme an den Muskeln des Schultergürtels. Halten wir uns aber aufrecht oder laufen zügig, so ruhen die Schultern eher auf dem Brustkorb. Dann können Bänder und Muskeln "entspannen" und ökonomischer zusammenarbeiten. Was tust Du häufiger? Entspannt sitzen oder mir aufrechtem Rumpf bewegen?

Hier zwei Aspekte, falls Du Deine Schulter bereits unangenehm spürst:

  • Du sitzt viel und musst mit den Händen und Armen vor dem Körper arbeiten? Dann sorge für Ausgleich und bewege Deine Schultergelenke ganz bewusst auch mal in andere Richtungen. Mach Dich gerade so oft wie Du dran denkst. Weitere Tipps & Infos zur Schulter findest Du auch in meinem BLOG.

  • Deine Schulterbewegung ist sowohl mit rundem als auch mit aufrechtem Rücken schmerzhaft? Es schmerzt nach Haltearbeit, Überkopfbewegungen und vielleicht sogar nachts? Dann sollte eine Diagnostik angestrebt werden!

Übrigens: Schmerzen bestimmte Bewegungen oder Haltungen im Schultergelenk über mehrere Wochen, sollte man nicht zögern und sich um Physiotherapie kümmern. Denn ist die Schulter erst mal schmerzhaft eingeschränkt, so dass man sie nicht mehr richtig bewegen möchte, kann es zu weiterlaufenden Problemen im Nacken, an der HWS und in der BWS kommen. Schulterprobleme sind eben häufig und komplex...

Alles Gute für Deine Schultern - und immer dran denken: Die richtige (!) Physiotherapie ist die beste Physiotherapie :-)



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