• Heike HL

PhysioSein: Kniestellung beim Radfahren und Joggen - Überlastung vermeiden

Aktualisiert: Jan 6


PhysioSein: Kniestellung beim Radfahren und Joggen - Überlastung vermeiden...Ich sehe immer wieder Radfahrer und Jogger, die Ihre Knie sehr ungünstig belasten: Die Kniegelenke weichen im Verhältnis zu Sprunggelenk und Oberschenkel nach innen ab.

Wir nennen so etwas "medialen Kollaps" im Kniegelenk. Dieser kann z.B. aus einer ungünstigen Belastung der Füße resultieren - wenn die innere Wölbung des Fußes abgeflacht ist oder sogar Bodenkontakt hat. Die Knöchelebene kippt dann nach innen - es kommt zur vermehrten Belastung der inneren Seite der Ferse. Das Kniegelenk steht somit im Verhältnis zu Hüft- und Sprunggelenk weiter innen.

Eine ungünstige, unphysiologische Belastung und daraus entstehende Probleme wie Überlastungsreaktionen sind die Folge - gerade bei Freizeitsportarten wie Fahrrad fahren oder Joggen. Abweichungen wie diese fallen meist nur einem geschulten Auge auf. Selbst merkt man das erst, wenn Probleme auftreten - beispielsweise an der Achillessehne, im Knöchelbereich oder eben im Kniegelenk.

Was kannst Du tun, um beim Fahrradfahrer und/oder Jogging präventiv oder vielleicht sogar schon lindernd auf Deine Knie einzuwirken? Hier meine Tipps...

Thema Fahrrad fahren: Beachte immer die Höhe des Sattels und die Stellung des Knies beim Treten. Die Pedalen sind richtig eingestellt, wenn bei gestrecktem Knie und auf der Pedale positionierter Ferse das Knie gestreckt ist. Denn so ist gewährleistet, dass die Knie keiner zu starken Belastung hinter der Kniescheibe (eine häufige Problemzone) ausgesetzt sind. Wird dann (bitte mit dem Vorfuß) getreten, sollten die Knie im Verhältnis zu Hüfte und Fuß gerade nach vorne oder leicht nach außen zeigen. Damit ist der Druck im Gelenk bei Belastung gut verteilt.

Thema Jogging: Auch hier sind oft Abweichungen der Knie nach innen festzustellen. Meist liegt es an der Fußstatik und -belastung. Deswegen ist das richtige Schuhwerk entscheidend für die Beinstatik. Viele Schuhgeschäfte bieten bereits Laufanalysen vor dem Schuhkauf an. So kann festgestellt werden, ob der Laufschuh nicht nur bequem ist, sondern auch den Fuß an den individuell erforderlichen Regionen stützt - z.B. an der Innenseite des Fußes. Auch die physiologische Fersenstellung kann so bei Belastung gesichert werden.

Zusätzlich kann es beim Joggen kräftigend und Koordination schulend sein, wenn die Kniestellung beim Landen und in der Belastung aktiv kontrolliert wird, um einem medialen Kollaps (das Abweichen des Knies bei Landung und Belastungsphase nach innen) vorzubeugen.

Hilfreich ist immer ein kontrollierender Blick von Physiotherapeuten. Sie kennen nicht nur die physiologischen Begebenheiten und wissen diese ins richtige & individuelle Verhältnis zu setzen, sondern sind auch die Experten für Bewegungsbeobachtung, Bewegungsschulung und - optimierung...

...Wenn sie gut aus- & weitergebildet sind.

Kein Freizeitsport ist es wert, auf Kosten der Gelenke Leistung zu bringen. Leider sind Gelenkprobleme ein häufiger Grund für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Ich zitiere das Robert-Koch-Institut (www.rki.de vom 01.12.2017):

57,9 % der Frauen und 52,2 % der Männer geben an, in den letzten 12 Monaten Gelenkschmerzen gehabt zu haben. 29,3 % der Frauen und 24,4 % der Männer geben aktuelle Gelenkschmerzen, d.h. Schmerzen in den letzten 24 Stunden, an.

Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Personen, die akute Gelenkschmerzen berichten.

Eine sehr schöne Grafik dazu findet sich unter

http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Zahl_des_Monats/Zahl_des_Monats_node.html

Bleib gesund :-)



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