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DozentSein: Neu in der Lehre? Meine Tipps Teil V - Lernende im Praxiseinsatz professionell begleiten

DozentSein: Neu in der Lehre? Meine Tipps für die Begleitung im Praxiseinsatz.

Dieser Beitrag kann Dich inspirieren, Deine Lernende im praktischen Handeln lehrreich zu unterstützen!


Zum Thema Unterrichten hast Du bereits viele Tipps erhalten, wenn Du meiner BLOGReihe gefolgt bist. Im Teil I Grundsätzliches für Vorbereitung & Veranstaltung, im Teil II Tipps zum förderlichen Unterrichten, in Teil III etwas zum Distanzunterricht, sowie in Teil IV zu Prüfungen. Abschließend geht es um eine besonders schöne, Lernendenzentrierte und für praktisch Lernende auch entwickungsförderliche Aufgabe - die Praxisbetreuung.


Eine Hauptaufgabe in der beruflichen Bildung (ich komme ja aus dem Gesundheitssektor) ist die Förderung der Professionalisierung von Lernenden im unmittelbaren beruflichen Handeln. Und da helfen Dir vielleicht folgende Ausführungen...


Reflexion ist wichtiger als nur vormachen oder einfach Rückmeldung geben - durch eine zielführende Reflexion lernt es sich schnell und effektiv. Fragen sollten sein:

  • Was war sinnvoll? Warum? Was ist zu optimieren? Warum? Wie wird das geschehen?

  • War die Interaktion zielführend? Warum? Warum nicht?

  • Wie wird die berufliche Rolle erlebt? Warum?

  • Wie wäre die eigene Bewertung zu der Interaktion mit anderen? Warum wird so bewertet und nicht besser/schlechter?

  • Was gibt es in Bezug auf Zeitmanagement, Struktur, Zielsetzung, Effizienz, Kommunikation in der erlebten Situation zu optimieren? Ist diese Situation überhaupt repräsentativ? Warum oder warum nicht?


Planung der Betreuungszeiten (bezogen auf den gesamten Einsatz) ist alles!

  • Zunächst Lernziele formulieren lassen (am besten SMART).

  • Dann konkret sammeln lassen, wie Lernende das (eigene!) Lernziel umsetzen werden.

  • Aufteilung der Lernziele bezüglich Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Personalkompetenz macht Sinn (da es abhängig vom Stand der Lernenden in Ausbildung/Studium) unterschiedliche Gewichtungen gibt.

  • Am Schluss Reflexion der anfangs gesetzten Ziele ermöglichen: Was wurde aus welchem Grund erreicht? Was sind Ziele in weiteren Einsätzen? Warum?


Es muss nicht gleich eine Note sein!

  • Von was profitieren Deine Lernenden im jetzigen Einsatz? Frag sie und berate sie!

  • Gib Ihnen die Chance auf ein Coaching statt eine reine Bewertung. Warum nicht mal schriftlich erarbeiten lassen (unter Deiner Aufsicht), was jemand in der beruflichen Rolle noch optimiert möchte. Oder zu den Themen: Befunderhebung, Krankheitsbilder, Schwierigkeiten bestimmte Aufgaben bewältigen lassen und mit Dir dann gleich besprechen und an der Umsetzung feilen?

  • Irgendwann müssen sie performen - aber es ist fair, das gemeinsam in einem gewissen Zeitraum zu planen - als einfach nur Termine vorzugeben.

Sei flexibel! Oft funktioniert etwas nicht so, wie wir uns das vorstellen - so what? Du kannst Zeit immer auch anders nutzen:

  • Lass sie unter Deiner Aufsicht oder Beratung Pläne schreiben, ...

  • lass sie an ihrer (beruflichen) Rolle als Therapeut arbeiten, ...

  • lass sie den aktuellen Arbeitskontext (kritisch) reflektieren und analysieren, was man dort sicher lernen kann (und manchmal lernt man einfach auch mal, wie man es NICHT machen will - soll - muss ;-))

Du musst beim Betreuen nicht immer physisch anwesend sein! Auch ein sinnvoller Auftrag mit Korrektur kann sehr viel Lernpotenzial haben.


Arbeitest Du schon Kompetenz- & Handlungsorientiert (z.B. mit Lernfeldern)? Die Idee dahinter: Gezielte Aufträge, bzw. Reflexionsaufgaben zu Fach-, Sozial- und Personalkompetenz (z.B. Methodenkompetenz) im Praxiskontext, in dem Lernende gerade sind.


Wusstest Du, dass die Physiotherapie einige der wenigen Ausbildungen ist, bei denen Praxisanleiter keine Weiterbildung/Prüfung zum Thema Pädagogik/Didaktik machen müssen? Ja, finde ich auch sehr suboptimal...

Ich habe mal Anleiter schulen dürfen (die Anwesenheit war freiwillig). Spannend, wie einige ihre Rolle (die sie auch ohne besondere Schulung) sehen...:

Ich weiß noch, dass eine Person zum Thema Bewertung im Praxiseinsatz meinte: "Also, Lernende können ja gar keine sehr gute Note bekommen, dann wäre das ja besser als bei mir!" ... Eine andere Person äußerte: "Was? Ich darf keine Noten geben? Das bringt ja dann gar nichts."

Herausfordernd waren auch Themen wie: Unmotivierte Lernende, Konflikte, Generationsunterschiede, Kommunikation, faire Bewertung, psychische Belastungen.

Gute Tipps und wichtige Aspekte gäbe es da schon - allerdings braucht es dazu Interesse (oder die Vorgabe, dass man sich das anhören muss).


Es macht also Sinn, dass Du als Lehrender im Kontext Praxiseinsatz informiert bist und professionell agieren kannst! Viel findest Du auch in meinen BLOGEinträgen. Ich möchte nämlich, dass Praxisbegleitung besser wird, und Du zufriedener, inspirierter, professioneller - und damit sicherer.


Wenn Du Fragen hast oder Unterstützung wünschst, einfach melden!





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