• Heike HL

DozentSein: Praktische Ausbildung kompetent gestalten


Praktische Ausbildung gestalten. Eigentlich sind wir ja nicht nur für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht (also die praktisch geprägten Fächer/Lernfelder) zuständig, sondern auch für die Betreuung in der klinischen Unterrichtszeit, also der praktischen Ausbildung in den Einrichtungen (Kliniken, Rehazentren, Praxen,...). Vielleicht bist Du auch als Praxisanleiter in der Lernenden-Betreuung in (D)einer Einrichtung tätig?

Interessant finde ich, dass in anderen Bereichen wie der Pflege die Befähigung zur Praxisanleitung durch Seminare sichergestellt werden muss. Und das ist richtig teuer (über €1000,-) und lange (ca. 200 Stunden). Was sind die Themen dort? Was sind Schwerpunkte? Und warum braucht man das eigentlich - wegen dem Zertifikat?

Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen - aber ich kann sagen, dass wir auch als Anleiter in der praktischen Ausbildung von Therapeuten eine Menge an Fähig- und Fertigkeiten haben sollten. Welche Themen betrifft das besonders? Zum Beispiel:

* Rollenverständnis - was bin ich, aber was muss ich auch sein als Betreuer?

* Reflexionsfähigkeit der eigenen Person als Praxisanleiter - nicht nur fachlich

* Fertigkeiten der Gesprächsführung - in verschiedenen Phasen der praktischen Ausbildung

* Zielsetzungen im kognitiven, aber auch affektiven und vielleicht auch psychomotorischen Lehren & Lernen für die auszubildenden Schüler / Studenten

* Motivation von Lernenden - was ist förderlich und was ist hinderlich für das Lernen von Lernenden (Ihr wundert Euch, was hier alles Einfluss hat!)

* Bewertungen kompetenzorientiert gestalten - nicht nur hinsichtlich der Fachkompetenz (was ist beispielsweise mit Sozial- oder Personalkompetenz?)

* Lernende in ihrer subjektiven Lernart adäquat unterstützen können (oder hast Du in der Schule genauso wie der Klassenbeste gelernt, der von allen immer als "Streber" bezeichnet wurde??! Oder warst Du vielleicht sogar der "Streber" unter den Lernenden? Dann bist Du vielleicht der "theoretische Lerntyp")

Nun könnte ja das Argument gebracht werden: Na, das ist ja alles gut und schön - aber wie soll das alles gelingen, wenn ich a) das zusätzlich zu meiner Zeit tun muss, b) eigentlich das Lernziel doch von der Schule/Uni vorgegeben ist, c) ich nicht mal alleine die Bewertung durchführen darf, sondern der Lehrer das macht, d) Lernende so unterschiedlich sind?!

Stimmt! Das erscheint schwierig...Wie Du das für Dich lösen kannst, weiß ich nicht. Doch es könnte mit den folgenden Aspekten zu tun haben:

+ eigene Struktur

+ eigene Organisationsfähigkeit

+ Kreativität

+ Anspruch an mich selbst

+ Motivation

Eines ist klar: Betreuer in Lernprozessen anderer zu sein ist unglaublich interessant und bereichernd. Wir haben so die Chance, das Bild und die Rolle von zukünftigen Physiotherapeuten mit zu prägen und zu gestalten. Doch sollte nicht unterschätzt werden, dass Lernen letztlich nur in der Hand der Lernenden selbst liegt.

Wir können (und müssen) Anleitung, Hilfen, Grenzen, Strukturen und die eigene Persönlichkeit als Physio und Mensch in der Rolle als Therapeut im eigenen Kontext zur Verfügung stellen und vorleben.

ich finde das prima - was ist mit Dir?


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