• Heike HL

PhysioSein: Alle gleich eine - Eine gleich alle??


PhysioSein: Alle gleich eine - Eine gleich alle? Ist Physio gleich Physio? Und wenn nein, warum!?! Das ist die Frage.

Ein Patient hat mal zu mir gesagt: Wieso gibt es eigentlich so wahnsinnig starke Unterschiede zwischen Physiotherapie und Physiotherapie? Was Sie mit mir machen, das hat meine erste Therapeutin, die ich wegen meines Rücken aufsuchte, nicht gemacht.

(Allerdings hat diese ihn auch weggeschickt mit der Bemerkung, dass sie ihm nicht mehr helfen könne mit seinem Rückenproblem).

Mit seiner Frage bezog er sich auf die manuellen Techniken, die ich an seiner Wirbelsäule applizierte. Ich habe ihm erklärt, dass es sehr viele verschiedene Konzepte gibt und jeder seine Schwerpunkte und Weiterbildungen anders fokussiert. Er fand das (wie viele andere Patienten auch) erstaunlich. Während in anderen Berufen das Ende der Ausbildungszeit auch "Marktgleichheit" heißt (kennst Du einen, kennst Du alle), sind wir in der Physiotherapie durchaus extrem spezialisiert.

Hinzu kommt, dass Berufsanfänger denken, sie seien weitestgehend fertig ("Naja, dann mache ich noch die Fobi von unserem Manuelle-Lehrer und die Lymphdrainage. Und Osteopathie ist ja auch sehr interessant - aber erst mal so richtig Urlaub!") - was nicht verwundert, bei dem Geld, was einige zahlen müssen.

"Früher" war die Haltung nach der Ausbildung meiner Wahrnehmung nach eher eine demütigere.

Es war irgendwie klar, dass man 0,0% fertig war und um weitere Behandlungsansätze und -techniken zu lernen, bedurfte es Fortbildungen. Viele von den damals populären Konzepten erfreuen sich heute einer äußert mangelnder Beliebtheit. Vielleicht ist die Verwissenschafltichung dafür verantwortlich, vielleicht die Finanzen in unserem Bereich.

Traurig ist doch folgendes: Berufsanfänger kommen zu schnell an ihre Grenzen an Patienten mit komplexen, z.T. chronischen Beschwerden (oder einem einfach nur typisch peripher-neurogenen Rückenschmerz, der durch mangelnde Behandlung chronisch wurde). Das frustet und ist deprimierend.

Wieviele "Werkzeuge" ich als Physio in meinem Koffer habe, entscheidet über die Therapiequalität - und dem Beginn meiner Frustration.

Als erfahrene, fortgebildete Physio kann ich nur sagen: Gut, dass nicht Eine wie alle ist und alle wie Eine :-)

Da haben sich die damaligen, weitestgehend recht kostenintensiven Weiterbildungen wenigstens bis heute ausgezahlt!

Schade nur, dass so wenig Menschen die Unterschiede kennen und ihre Physios völlig unkritisch auswählen und frequentieren...

Also: Augen auf bei der Physio-Wahl :-))


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